Abdichtungen von Bädern und Nassräumen Stand 2017

Die Normen der bisherigen Reihen DIN 18195 inklusive Beiblatt wurden vollständig überarbeitet.

Gerade bei Bädern tobt ein Streit darüber, ob Wand- und Bodenflächen in Wohnungsbädern abgedichtet werden müssen oder nicht. Einvernehmlich steht fest, dass Fliesenbeläge nicht wasserdicht sind, elastische Anschluss- oder Eckfugen keine Dicht- sondern nur Wartungsfugen sind und das Verlegen von Fliesen auf gipshaltigen Untergründen ohne Abdichtung unzulässig ist und zu Schäden führen muss.

Viele Bauträger verwenden die Einstufungen aus der Norm sehr gern als Gebetbuch oder als Vertragsgrundlage, besonders bei Kaufverträgen, denn was laut Norm nicht zwingend erforderlich ist, wird nicht eingebracht. Es wird gespart, auch wenn Schäden zu erwarten sind. 

Wenn ein Schaden aufgetreten ist, geht der Streit erst richtig los. Besonders spannend wird es, wenn sich die Geschädigten und Schädiger über die Notwendigkeit, gesamte Bäder vollständig erneuern zu müssen, streiten und/oder Mieter nötige Reparaturen verhindern wollen.

Die nachträgliche Abdichtung eines Bades mit vollständiger Erneuerung von Wand- und Bodenfliesen kostet mindestens ca. 10.000 €, bei einem Zwanzigfamilienhaus bedeutet dies bei einer Schadenshöhe von 200.000 € oft die Insolvenz von Bauträgern und/oder ausführenden Firmen einschließlich bauleitendem Architekten. Solche Schadensfälle sind nicht selten, sondern leider fast üblich geworden.

Neben der DIN 18 195 haben die Merkblätter der einzelnen Fachverbände, Informationsdienste und Baustoffhersteller eine besondere Bedeutung. Während z.B. in der DIN 18 195 gipshaltige Baustoffe nicht als besonders gefährdete Baustoffe aufgeführt sind, verweisen andere Merkblätter und Herstellerrichtlinien besonders auf diese Gefahr.